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„Ich möchte nicht auctour genannt werden, sondern die Porenzusammenstellung“: die Notlage des mittelalterlichen einheimischen Dichters

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„Ich möchte nicht auctour genannt werden, sondern die Porenzusammenstellung“: die Notlage des mittelalterlichen einheimischen Dichters

Von Graham D. Caie

Miscelanea: Ein Journal of English and American StudiesVol. 29 (2004)

Einleitung: Mitte des 15. Jahrhunderts war Osbern Bokenham, Augustinermönch von Stoke-Clare und Autor von Werken wie dem Legendys of Hooly Women und das Mappula Anglia schreibt: "Ich möchte nicht Auctour genannt werden, sondern die Poren-Compilatour". Er sieht sein Werk daher als das eines Zusammenstellers von Schriften anderer und beansprucht keine Originalität oder den Titel des Autors. Er gibt nicht seinen eigenen Namen an (außer in allen Akrostichon), aber man könnte fragen, wie viele Namen von Autoren wir tatsächlich vor dem letzten Viertel des vierzehnten Jahrhunderts kennen? "Anon" war im Mittelalter ein sehr beschäftigter Schriftsteller. Abgesehen von Cynewulf, von dem wir nichts wissen und der vielleicht nie existiert hat, haben wir keine bekannten altenglischen Dichter, und es gibt auch sehr wenige Namen in der frühen mittelenglischen Zeit außer Layamon. Wer schrieb zum Beispiel Cursor Mundi, Sir Orfeo, König Horn, Havelok der Däne, Floris und Blanchflour oder Arthur und Merlin und in der chaucerischen Zeit die Genies, die für Sir Gaivain und den Grünen Ritter verantwortlich waren, Perle, Geduld, Reinheit , St. Erkenwald und das mittelalterliche Mysterium spielen?

Dann kennen wir zu Chaucers Zeiten und im fünfzehnten Jahrhundert Gower, Langland, Hoccleve, Lydgate, Clanvowe und viele mehr. Plötzlich schämen sich Dichter nicht mehr, als Autoren gesehen zu werden, und man wundert sich über die Bedeutung dieser Veränderung. Ist Anonymität nur ein bescheidener Topos oder haben Autoren Angst vor politischer oder kirchlicher Kritik? Dies ist in der Tat der Fall bei den Schriftstellern und Dichtern der politischen und religiösen Satire von Wycliffite und Lollard, aber hätte sich der Autor von Romanzen politisch bedroht gefühlt? Lateinische Autoritätswerke hingegen mussten Autoren benannt und von Kommentaren begleitet sein. Wenn es keinen Autor gäbe, würde der Schrift ein patristischer Name zugewiesen. Sogar einheimische theologische Werke hatten Autoren benannt, zum Beispiel in der altenglischen Zeit kennen wir Wulfstan und Ælfric.


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