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Ein Einblick in die 29. Kunstausstellung des Europarates: „Heiliges Römisches Reich der Deutschen Nation 962-1806“

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Ein Einblick in die 29. Kunstausstellung des Europarates: „Heiliges Römisches Reich der Deutschen Nation 962-1806“

Von Alexander Schubert

Zeitschrift des Heiligen Römischen ReichesVol.1 (2006)

Einleitung: Das Kulturhistorische Museum Magdeburg und das Deutsche Historische Museum in Berlin bereiten das gemeinsame Ausstellungsprojekt „Heiliges Römisches Reich der Deutschen Nation 962-1806“ für das Jahr 2006 vor. Die Tatsache, dass 2006 der zweihundertste Jahrestag des Endes des Jahres ist Das Reich bietet einen hervorragenden Anlass für die Ausstellung. So wird vom 28. August bis 10. Dezember 2006 die gesamte Geschichte des Reiches - von seinen Anfängen unter Otto dem Großen im Jahr 962 bis zur Aufgabe des kaiserlichen Throns durch Kaiser Franz II. Im Jahr 1806 - gleichzeitig in den beiden Ausstellungszentren in präsentiert Magdeburg und Berlin. Magdeburg wird sich auf das Mittelalter konzentrieren, Berlin auf die Moderne. Zweihundert Jahre nach dem Untergang des Reiches wird die Ausstellung auf eine facettenreiche politische Struktur zurückblicken, die im Zentrum Europas aufgewachsen ist und über viele Jahrhunderte bestand.

Es ist jedoch nicht nur eine Erinnerung an das Ende des Reiches, die 2006 zu einer hervorragenden Gelegenheit macht, eine Ausstellung über das Heilige Römische Reich der Deutschen Nation zu veranstalten. Das Datum erweist sich auch aus einem anderen Grund als günstig: Das erste Jahrzehnt eines neuen Jahrtausends ist ein angemessener Zeitpunkt, um die Geschichte der letzten tausend Jahre zu überprüfen. Nach einem solchen Wendepunkt werden viele Interpretationsmuster in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft aus einer modernen europäischen Perspektive neu bewertet. Dies gilt insbesondere, da eine klare Sicht auf das Heilige Römische Reich der Deutschen Nation lange Zeit verdeckt war. Die nationalistische und nationalpatriotische Haltung des 19. und 20. Jahrhunderts stilisierte das Heilige Römische Reich der Deutschen Nation als angeblichen Vorläufer eines „Zweiten“ und eines „Dritten Reiches“, und die Geschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit wurde vom Nationalen ideologisch instrumentalisiert -Sozialisten in einem solchen Ausmaß, dass das Wort „Reich“ nur an die Jahre von 1933 bis 1945 erinnerte, was es fast unmöglich machte, unvoreingenommen mit dem Alten Reich umzugehen.


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