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Die geschriebene Welt: Vergangenheit und Platz im Werk von Orderic Vitalis

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Die geschriebene Welt: Vergangenheit und Platz im Werk von Orderic Vitalis

Von Amanda Jane Hingst
Universität Notre Dame Press, 2009
ISBN: 978-0-268-03086-5

Der anglonormannische Mönch Orderic Vitalis (1075-c.1142) schrieb sein monumentales, höchst individuelles Historia Ecclesiastica als Übung in klösterlicher Disziplin, um die Ereignisse und den Charakter der Christenheit für zukünftige Generationen zu bewahren. Obwohl Orderic seit seiner Kindheit in einem Benediktinerkloster nahe der südlichen Grenze der Normandie im Kloster war, erhielt er Zugang zu einer intellektuellen Welt, die sich von Schottland bis Jerusalem erstreckte, indem er sich mit Texten und Reisenden beschäftigte, die ihren Weg in sein Klostermilieu fanden. Seine Historia Ecclesiastica mit einer in ihrer Zeit beispiellosen Sehbreite ist eine besonders fruchtbare Quelle für die Untersuchung von Raum- und Geschichtsschreibkonzepten im Hochmittelalter.

Im Die geschriebene Welt: Vergangenheit und Platz im Werk von Orderic VitalisAmanda Jane Hingst stützt sich auf die Mischung aus intellektueller Intimität und historiografischer Breite in Orderics Schriften, um zu untersuchen, wie hochmittelalterliche Historiker den geografischen Raum als zeitlich bedeutsamen Rahmen für menschliche Angelegenheiten verstanden haben. Hingst untersucht Orderics Manipulation der klassischen geografischen Tradition, sein Gleichgewicht der räumlichen Skala zwischen dem Lokalen und dem Universellen und seine raffinierte und originelle Nutzung der neuen intellektuellen Strömungen des 12. Jahrhunderts. Sie argumentiert, dass Orderic zusammen mit einigen seiner Zeitgenossen das Terrain der Christenheit nicht nur als statische Bühne für menschliches Handeln, sondern als bedeutungsvolles Element in der Geschichte der Menschheit interpretierte. Unter Verwendung eines theoretischen Rahmens, der die moderne räumliche Theorie mit mittelalterlichen philosophischen Traditionen verbindet, schlägt Hingst vor, dass die mittelalterliche Geschichtsschreibung in ihrer nuanciertesten Form die symbolische Topographie der Christenheit bestätigte, indem sie Geschichte und Geographie so miteinander verband, dass sie sich gegenseitig schmiedeten und verstärkten. Mit einer Klarheit von Stil und Ideen stellt Hingst sowohl Studenten als auch ausgebildeten Gelehrten einen faszinierenden Bericht über eine bisher unterschätzte mittelalterliche Figur und seine Arbeit zur Verfügung.


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