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Ingmar Bergmans Aneignungen der Todesbilder im siebten Siegel

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Ingmar Bergmans Aneignungen der Todesbilder im siebten Siegel

Wang, Denise Ming-yueh

Mittelalterliche und frühneuzeitliche Anglistik, Band 17 Nr. 1 (2009)

Abstrakt

Todesangst spielt eine zentrale Rolle in den Werken von Ingmar Bergman, insbesondere im Siebten Siegel. Das Siebte Siegel handelt von der Sterblichkeit und spielt behutsam mit den mittelalterlichen Bildern des Todes, nämlich dem Schädel, dem Antlitz Christi, der Prozession der Geißeln, der Todesfigur und dem makabren Tanz. Das Bergman-Stipendium in den letzten Jahrzehnten scheint jedoch die mittelalterliche Tradition des Films von ars moriendi, der Kunst des guten Sterbens, nicht sehr ernst zu nehmen, wenn man sich dessen überhaupt bewusst ist. Vielleicht als universelles Anliegen des Todes oder als Manifestation einer vormodernen Religiosität erklärt, kann der Film als Doomsday-Metapher interpretiert und daher leicht verworfen werden. In diesem Artikel wird die dem Film zugrunde liegende Frage nicht nur nach der Natur des Todes, sondern auch nach der Natur des Lebens in einer realistischen Beziehung zum Tod im Lichte der mittelalterlichen Kunst des guten Sterbens untersucht. In gewisser Weise dient der Film als modernes Memento Mori, eine Erinnerung an den Tod und unsere Sterblichkeit, die uns durch regelmäßige Betrachtung der Vergänglichkeit der menschlichen Existenz idealerweise dazu bringen sollte, uns richtig auf den Tod vorzubereiten. Eine solche Untersuchung der mittelalterlichen Tradition von ars moriendi und memento mori versucht, einen neuen Weg zu eröffnen, um die Bilder des Todes zu bewerten, die Bergman in seinem bekanntesten mittelalterlichen Film aneignet.


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