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Schweine, Pressen und Pastoralismus: Landwirtschaft im 5. bis 6. Jahrhundert n. Chr

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Schweine, Pressen und Pastoralismus: Landwirtschaft im 5. bis 6. Jahrhundert n. Chr

Von Tamara Lewit

Frühmittelalterliches Europa, Band 17: 1 (2009)

Zusammenfassung: Das fünfte bis sechste Jahrhundert war in vielen Regionen eine Zeit bedeutender Veränderungen der ländlichen Siedlung, der Landnutzung, des Produktionsniveaus und der produktiven Technologie. Archäologische und verwandte Entdeckungen deuten darauf hin, dass in Westeuropa eine spezialisierte marktorientierte und staatlich ausgerichtete Produktion einer gemischten Tierhaltung und einer diversifizierten Landwirtschaft Platz machte, die besser für lokales Gelände geeignet war.

Dies ging mit einer weit verbreiteten Transformation der ländlichen Siedlung einher. Im östlichen Mittelmeerraum kam es dagegen zu einer Ausweitung der ländlichen Siedlungen, einer Intensivierung der Landnutzung, einer Steigerung der marktorientierten landwirtschaftlichen Produktion und einer signifikanten Veränderung der Öl- und Weinpressentechnologie. Diese Veränderungen scheinen den gesellschaftspolitischen Kontext in Ost und West während dieser entscheidenden Zeit widerzuspiegeln.

Einleitung: In den letzten Jahrzehnten beschäftigte sich ein Großteil der Wissenschaft mit der Interpretation des Übergangs vom spätantiken zum mittelalterlichen Leben. Es wurde jedoch überraschend wenig darüber diskutiert, wie dieser Übergang in Bezug auf die ländliche Produktion erlebt wurde. Wertvolle jüngste Arbeiten zu landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Pollen und Knochenresten in Westeuropa sowie zu produktiven Dörfern und Oliven- und Weinpressen im östlichen Mittelmeerraum wie Zypern haben neue Informationen ans Licht gebracht. Wie kürzlich festgestellt wurde, wurde jedoch noch wenig Arbeit geleistet, um diese Daten in einem Überblick zusammenzuführen oder Muster der Landnutzungsumwandlung zu identifizieren.

Dieses Papier versucht, einen solchen Prozess zu beginnen, indem es Beweise für die Landwirtschaft im entscheidenden fünften bis sechsten Jahrhundert während des endgültigen Zusammenbruchs des politischen Rahmens des weströmischen Reiches und der Bildung von Nachfolgekönigreichen untersucht. Was kann angesichts der archäologischen und verwandten Entdeckungen der letzten Jahrzehnte über die ländliche Besiedlung und Produktion in dieser Schlüsselperiode gesagt werden? Gab es wesentliche Änderungen in der landwirtschaftlichen Praxis, und wenn ja, welche?


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