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Redaktionspraxis in Smaragdus von St. Mihiels Kommentar zur Regel des hl. Benedikt

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Redaktionspraxis in Smaragdus von St. Mihiels Kommentar zur Regel des hl. Benedikt

Von Matthew D. Ponesse

Frühmittelalterliches Europa, Band 18: 1 (2010)

Abstract: Dieser Artikel untersucht die redaktionellen Prinzipien, die Smaragdus von St. Mihiel (fl. 809–26) bei der Komposition seines Kommentars zur Regel von St. Benedikt leiteten. Wissenschaftler des späten 8. und frühen 9. Jahrhunderts beteiligten sich aktiv an einem offiziellen Programm zur Bildungsreform, das die Erstellung genauer Texte forderte. Smaragdus 'Kommentar liefert ein wertvolles Zeugnis für diese Bewegung und zeigt, wie Wissenschaftler grammatikalische und doktrinäre Kriterien anwendeten, um Fehler in der Manuskripttradition auszurotten. Smaragdus 'Beschäftigung mit dem Klosterleben macht auch auf die Bedeutung von Überlegungen zur Praxis und Einhaltung bei der Verfolgung der Textautorität aufmerksam.

Einleitung: Die Rezeption und Weitergabe von Wissen in der Karolingerzeit ist ein Thema, das seit langem mit einem institutionalisierten Bildungsreformprogramm verbunden ist, das Karl der Große im späten 8. Jahrhundert begonnen hat. Über die Prinzipien und Ziele dieser Bewegung ist viel bekannt, aber es bleiben Fragen zu ihrer Umsetzung offen, insbesondere im Hinblick auf die Tätigkeit von Gelehrten, die die Lehren früherer Schriftsteller für eine neue Generation von Lesern suchten und überarbeiteten. Der Anstoß für eine Bildungsreform lässt sich auf zwei Dokumente zurückführen, mit denen die Qualität der Bildung unter den Geistlichen verbessert werden soll: die Epistola de litteris colendis und das Admonitio generalis. Der erste, ein Brief, den Karl der Große bereits 784 an Abt Baugaulf von Fulda sandte, erinnert an die Korrespondenz mehrerer Mönchsgemeinschaften, auf deren Gebete Karl der Große sich auf geistliche Unterstützung stützte.

Während Karl der Große feststellt, dass der Sinn verschiedener Passagen richtig war, beklagt er die unhöflichen Worte und die falsche Grammatik, die sie schmückten. Er führt die schlechte Qualität ihrer Briefe auf Nachlässigkeit beim Lernen zurück und fordert alle Mönche auf, sich um ihre Studien zu kümmern, damit ein einfacher Sprachfehler nicht zu einem schwerwiegenderen Verständnisfehler führt. Das zweite Dokument, die Admonitio generalis von 789, wurde umfassender konzipiert, um die Praxis des Klerus im Allgemeinen zu korrigieren, enthielt jedoch auch spezifische Artikel zum Empfang, zur Korrektur und zur Verbreitung von Texten.

Insbesondere Artikel 72 weist die Gelehrten an, nach kanonischen Büchern zu suchen - solchen, die von den Kirchenvätern geschrieben wurden -, damit sich alle Christen beim Lesen der Schrift nähern können, ohne in einen Lehrfehler zu geraten. Der Artikel weist auch auf die Notwendigkeit hin, den Studenten gut durchdachte Texte zur Verfügung zu stellen, was darauf hinweist, dass Manuskripte, die an die aktuelle Generation weitergegeben wurden, durch unachtsame Transkription verfälscht wurden.


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