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Das mittelalterliche Gürtelbuchprojekt

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Das mittelalterliche Gürtelbuchprojekt

Von Margit Smith und Jim Bloxam

Internationale Zeitschrift des BuchesVol.3: 4 (2005/6)

Abstract: Das Studium der Gürtelbücher in ihrem historischen Kontext wird unser Verständnis der spätmittelalterlichen Sozialgeschichte in einigen europäischen Ländern erweitern. Da zu diesem Thema wenig geschrieben wurde und keine umfassende Ressource mit Texten und Abbildungen aller erhaltenen Gürtelbücher vorhanden ist, werden die Ergebnisse dieses Projekts eine Lücke in der Dokumentation der Entwicklung von Buchbindungsstilen, ihrer Nützlichkeit und der Vielfalt von Büchern schließen Materialien und Techniken zur Herstellung dieser Bücher. Alle dokumentierten Gürtelbücher werden einzeln analysiert und buchbindend beschrieben, wobei Fotos und Zeichnungen den Text ergänzen. Obwohl nur sehr wenige Gürtelbücher erhalten sind, werden sie häufig in der bildenden Kunst der Zeit abgebildet und in der Literatur erwähnt. Das Ergebnis dieser Studie, eine Monographie, bietet zukünftigen Studenten der Geschichte und Archäologie des Buchbindens ein praktisches Nachschlagewerk. Es wird auch historische und buchbindende Informationen für die Institutionen bereitstellen, die die Gürtelbücher halten. Drei dieser Institutionen befinden sich in den USA, der Rest in Europa. Darüber hinaus kann die Sensibilisierung für das Gürtelbuch dazu führen, dass noch nicht erkannte und nicht dokumentierte Beispiele für dieses Buchformat entdeckt werden.

Einleitung: Im Sommer 2003 begannen Jim Bloxam, Senior Conservator an der Cambridge University Library, und ich, Margit Smith, Bibliothekarin an der Universität von San Diego, über eine Zusammenarbeit bei einem Projekt nachzudenken, um das Standbild in Text und Abbildung zu dokumentieren bestehende mittelalterliche Gürtelbücher. Der Anstoß für dieses Projekt ging aus dem Mangel an leicht verfügbarem Material über Gürtelbücher sowie der Tatsache hervor, dass es keine einzige Ressource gibt, die die bisher bekannten Gürtelbücher abbildet und beschreibt. Die erhaltenen Bände befinden sich in Bibliotheken, Museen und Privatsammlungen in den USA und in Europa. Das gewünschte Ergebnis dieses Projekts ist eine veröffentlichte Monographie, die eine umfassende Dokumentation dieser mittelalterlichen Bücher zusammenfasst. Die Gelegenheit, dieses Projekt auf solchen Konferenzen sowie in mehreren bevorstehenden Artikeln vorzustellen, wird das Thema einem breiteren Publikum zugänglich machen, und es können zusätzliche Gürtelbücher ans Licht kommen, die noch nicht identifiziert, katalogisiert und beschrieben wurden.

Wissenschaftler haben den historischen Hintergrund und die Entwicklung des Buches über viele Jahre erforscht. Der intellektuelle Inhalt des Buches sowie seine physische Form und sein Format bilden zusammen das Objekt, das Innovationen standgehalten hat, sich aber im Laufe der Jahrhunderte auch an sie angepasst hat. Der Hauptzweck von Gürtelbüchern war der Schutz des geschriebenen Wortes, und als solches entwickelten sie eine bestimmte Form und benötigten eine spezielle Konstruktion.


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