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Wunder oder Magie? Der problematische Status des christlichen Amuletts

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Wunder oder Magie? Der problematische Status des christlichen Amuletts

Crow, John L.

Diskussion zur Erfahrung: Religionswissenschaft an der Universität Amsterdam. ed. Jacqueline Braak und Deirdre Malone (Amsterdam, 2009)

Abstrakt

1171 v. Chr. Stellte Hugh de Puiset, Bischof von Durham, einen Ingenieur namens Richard ein, um das Norham Castle in Northumberland zu reparieren und zu vergrößern. Richard, ein angesehener Landbesitzer, trug einen Seidensack am Hals, der eine Reihe kleiner Pergamentamulette oder Phylakterien enthielt, die die Namen Gottes enthielten, sowie Auszüge aus der Bibel, einschließlich Teilen der Evangelien. Er trug diese Amulette, um dem Bösen zu widerstehen und göttlichen Schutz zu erlangen. Ein Benediktinermönch aus Durham erfuhr von Richards Sack und beschloss, ihm ein Amulett von überlegener Macht anzubieten: ein Relikt aus St. Cuthbert. Der Mönch gab Richard ein Stück des Grabtuchs, in das der Heilige eingewickelt war. Es wurde angenommen, dass das Relikt Wunder bewirkt und dem Feuer widersteht. Richard dankte dementsprechend dem Mönch und fügte das Relikt seinem Sack hinzu.

Diese kurze Geschichte zeigt ein häufiges Ereignis in der Geschichte der christlichen Kirche: die Verwendung von Amuletten als Kanal übernatürlicher Kraft. Diese Amulette waren jedoch problematisch. Die Verwendung von Amuletten wurde nicht nur von Augustinus, sondern auch von zahlreichen ökumenischen Räten geradezu verurteilt. Sie behaupteten, dass die Verwendung von Amuletten die Macht der Dämonen hervorrief und implizite oder explizite Pakte schuf.


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