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Wayward Women: Darstellungen mobiler jüdischer Geschäftsfrauen im mittelalterlichen Nordeuropa

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Wayward Women: Darstellungen mobiler jüdischer Geschäftsfrauen im mittelalterlichen Nordeuropa

Von Alana Lord

Masterarbeit, University of Florida, 2010

Abstract: Da sich der größte Teil der jüdischen Bevölkerung im mittelalterlichen Nordfrankreich und in Deutschland in weit verstreuten christlichen Städten und Dörfern befand, spielten rabbinische Texte eine große Rolle bei der spirituellen und kulturellen Ausrichtung der Juden. Diese Texte wollten nicht nur eine korrekte Auslegung des mündlichen Gesetzes liefern, sondern auch das Gefühl der Gemeinsamkeit und der jüdischen Identität stärken. In dem Wissen, dass sich Mitglieder der jüdischen Gemeinde häufig auf diese Texte stützten, versuchten rabbinische Gelehrte oft, Ideen und Lehren in Darstellungen zu präsentieren, die für das tägliche Leben gelten. Diese Darstellungen ahmten verschiedene Aspekte des täglichen Lebens nach, darunter religiöse Praktiken, persönliche Beziehungen, Geschäft, Bildung und Interaktionen zwischen Juden und Christen.

Diese Arbeit konzentriert sich auf Darstellungen jüdischer weiblicher Wirtschaftsreisen, die häufig dargestellt wurden, obwohl das traditionelle rabbinische Judentum das Reisen als eindeutig männliche Aktivität diktierte. Die Überzeugung, dass Männer ausschließlich an der wirtschaftlichen Mobilität beteiligt waren, ist in erster Linie das Ergebnis biblischer Texte und kultureller Traditionen, die das Zuhause als geeigneten Ort für Frauen betonten. Frauen wurden als sinnliche, emotionale, irrationale und schwache, nicht unabhängige, mobile Geschäftsfrauen charakterisiert.

Infolgedessen ist es wichtig, wie rabbinische Gelehrte und weltliche Autoritäten die Darstellung der wirtschaftlichen Mobilität von Frauen innerhalb von Responsa, ethischen Willen, moralisierenden Erzählungen und christlichen Aufzeichnungen nutzten. Anhand von zehn verschiedenen Darstellungen der Mobilität jüdischer Frauen aus dem 11. bis 14. Jahrhundert behaupte ich, dass diese Darstellungen dazu gedacht waren, Mitgliedern der jüdischen Gemeinde umfassende Botschaften zu vermitteln oder eine Erfahrung zu vermitteln, die die jüdische Bevölkerung betraf. Jede Darstellung wird einzeln betrachtet und spricht die verschiedenen Ideen, Normen, Lehren und Erfahrungen nicht nur des Autors der Darstellungen, sondern auch der gesamten jüdischen Gemeinde an.


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