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In die Grenze: mittelalterliche Landgewinnung und die Schaffung neuer Gesellschaften. Vergleich von Holland und der Poebene, 800-1500

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In die Grenze: mittelalterliche Landgewinnung und die Schaffung neuer Gesellschaften. Vergleich von Holland und der Poebene, 800-1500

Von Daniel R. Curtis und Michele Campopiano

Präsentiert auf der XVI. Weltwirtschaftskongress, 9.-13. Juli 2012, Stellenbosch University, Südafrika

Abstract: Ein Problem bei der wissenschaftlichen Erforschung der Landgewinnung war die Tendenz, sich zu sehr auf zwei Fragen zu konzentrieren - wie und warum ist das passiert? Dies hat zu einer Überbetonung der technologischen Innovation sowie des demografischen und kommerziellen Drucks geführt. Darüber hinaus hat es eine weitaus faszinierendere und bedeutendere Frage verschleiert: Welche sozialen Folgen hatte die vorindustrielle Landgewinnung? Welche Arten von Gesellschaften entstanden durch Landgewinnung? Diese Fragen werden durch eine vergleichende historische Analyse von zwei Fällen der Landgewinnung im Mittelalter beantwortet: den Torfgebieten von Holland (Niederlande) und der Po-Ebene (Norditalien). In der Arbeit wird gezeigt, dass die mittelalterliche Landgewinnung zur Entstehung von zwei sehr unterschiedlichen Gesellschaften führte, die durch eine Reihe unterschiedlicher Konfigurationen gekennzeichnet sind. (a) Macht- und Eigentumsstruktur, (b) Nutzungsarten, (c) Wirtschaftsportfolios und (d) Rohstoffmärkte. Im letzten Abschnitt wird eine weitere Frage behandelt. Inwieweit war eine dieser Gesellschaften von Natur aus besser konfiguriert, um die potenziell katastrophalen Auswirkungen der Landgewinnung auf die natürliche Umwelt zu negieren?

Landgewinnung oder Kolonisierung ist der Prozess, durch den Menschen „ungenutztes“ oder „Brachland“ in „produktive“ Nutzung bringen. Im vorindustriellen Zeitalter bedeutete dies die Ansiedlung von Wäldern, die Rodung von Büschen, die Entwicklung von Bewässerungssystemen oder die Entwässerung von Feuchtgebieten, um neues Land für den Anbau und die Besiedlung zu schaffen. Die vorindustrielle Landgewinnung hat inzwischen eine lange Geschichtsschreibung (insbesondere für Europa), aber die Forschungsagenda ist etwas problematisch. Die Wissenschaftler haben sich auf zwei Fragen konzentriert - wie und warum ist dies geschehen, was dazu geführt hat, dass die Forschung häufig im Rahmen der technologischen Innovation, des demografischen Drucks oder der Marktintegration an die Rückgewinnung herangegangen ist.


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