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Wie man im 15. Jahrhundert ein Hemd plissiert

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Wie man im 15. Jahrhundert ein Hemd plissiert

Beatrix Nutz und Harald Stadler

Archäologische Textilien Bewertung: 54, 2012, 79-91.

Abstrakt

Einleitung Im Zuge umfangreicher Renovierungsarbeiten im Jahr 2008 auf Schloss Lengberg in Nikolsdorf, Osttirol, wurden in mehreren Gebäudeteilen archäologische Untersuchungen erforderlich. Diese wurden unter der Leitung von Harald Stadler vom Institut für Archäologie der Abteilung für mittelalterliche und postmittelalterliche Archäologie der Universität Innsbruck durchgeführt. Im südwestlichen Raum im 2. Stock des Südflügels des Schlosses wurde ein mit Müll gefülltes Gewölbe gefunden und dokumentiert. Die Füllung bestand aus trockenem Material in verschiedenen Schichten, einschließlich organischer Stoffe wie Zweige und Stroh, aber auch verarbeitetem Holz, Leder (insbesondere Schuhen) und mehr als 2700 Textilfragmenten, ohne Garne, Schnüre und Seile. Die architektonische Geschichte des Schlosses (Hinweise auf Veränderungen finden sich im Reisetagebuch von Paolo Santonino), die Architekturstudie von Martin Mittermruer und Walter Hauser, Amt für Denkmalpflege Tirols, und die archäologischen Merkmale datieren die Funde aus dem 15. Jahrhundert.

Das Material wurde wahrscheinlich in das Gewölbe geworfen, als im Auftrag von Virgil von Graben, einem Burggrafen in Lengberg im Namen der Erzbischöfe von Salzburg, ein zweites Stockwerk in das Gebäude eingebaut wurde. Laut Paolo Santonino wurde die Schlosskapelle, die sich damals ebenfalls im Südflügel des Schlosses im ersten Stock befand, am 13. Oktober 1485 von Pietro Carlo, Bischof von Caorle, geweiht. Unter der Annahme, dass der Wiederaufbau zum Zeitpunkt der Einweihung der Kapelle abgeschlossen war, wurden die Funde aus dem Gewölbe vor dem Jahr 1485 gefunden. Fünf Radiokarbondaten aus den an der ETH Zürich analysierten Textilien bestätigen nun die Datierung.


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