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Unter der Ägide der Heiligen. Hagiographie und Macht im frühkarolingischen Norditalien

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Unter der Ägide der Heiligen. Hagiographie und Macht im frühkarolingischen Norditalien

Giorgia Vocino

Frühmittelalterliches Europa: Band 22, Ausgabe 1, Seiten 26–52, Februar (2014)

Abstrakt

Beim Übergang von der lombardischen zur karolingischen Zeit spielte die Hagiographie eine grundlegende Rolle in den Strategien der Legitimation und Repräsentation der bischöflichen Kirchen des Regnums Langobardorum. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Merkmale, Auswahlmöglichkeiten, Geschmäcker und Heiligkeitsmodelle der italienischen Hagiographie vor dem Hintergrund lokaler Kontexte und politischer Konkurrenz. Es zeigt, dass in den Gebieten unter fränkischer Herrschaft die Hagiographie ein Hauptinstrument in den Händen der kirchlichen Eliten darstellte, um die Vergangenheit im Lichte der Anliegen der Gegenwart zu formen und zu nutzen.

Heilige, die sowohl Gott nahe sind als auch auf Erden gegenwärtig sind, wo ihre Überreste ruhen, haben in der Welt der Lebenden immer eine wichtige Rolle gespielt. Der Besitz eines heiligen Körpers - oder nur ein kleiner Teil davon - und die Verwaltung des Kultes um ihn herum waren und sind maßgeblich an der Gestaltung des politischen, religiösen und sozialen Gleichgewichts in einem bestimmten Raum beteiligt. Das frühe Mittelalter bietet viele Beispiele für Politik, Heilige und Relikte in enger Verbindung miteinander. Dies gilt sicherlich für die karolingische Zeit, als das Interesse an den heiligen Körpern der Heiligen wuchs, genau wie an den Grenzen des expandierenden fränkischen Königreichs.


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