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Mittelalterforschung als staatlich unterstützende Macht: Grundprobleme der deutschen Mittelalterforschung im Deutschen Reich bis zur Republik Weimar

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Mittelalterforschung als staatsfördernde Kraft: Grundprobleme der deutschen Mittelalterforschung im Deutschen Reich bis zur Republik Weimar

Von Dieter Berg

Revista de Historia Jerónimo ZuritaBd. 82 (2007)

Einleitung: Die verbreitete Annahme einer tatsächlichen Krise der Geisteswissenschaften in Deutschland gilt grundsätzlich auch für den Bereich der Mittelalterforschung. Das derzeitige breite und gemeinsame Interesse an Problemen der mittelalterlichen Geschichte und deren populärer Umgang kann keine wesentliche Veränderung hervorrufen.

Es ist notwendig, die deutschen Mittelalterstudien kritisch und vergleichend zu beschreiben, insbesondere nach Untersuchungen in Westeuropa und den USA. Nur eine vergleichende Perspektive - Einblick in die historische Entwicklung dieser Studien - kann hilfreich sein, wenn es um die Frage geht, warum die Forschung deutscher Mittelalterler seit vielen Jahren nur geringe Auswirkungen auf ausländische Forscher hat. Leider sind innovative Verfahren - z. im Falle der Entwicklung neuer methodischer Konzepte - wurden von deutschen Forschern viel zu selten umgesetzt. Fast ausschließlich bekannt wurden ihre international anerkannten Werke in den Bereichen Textkritik und Bearbeitung von Primärquellen.

Das folgende Papier soll einen Beitrag zur erwähnten kritischen Beschreibung der deutschen Mittelalterforschung unter Bezugnahme auf die Geschichte der Geschichtsschreibung leisten. Hauptsächlich möchte ich mich auf zwei verschiedene Aspekte konzentrieren. Nach einem einleitenden Kommentar zu den wichtigsten Institutionen der Mittelalterforschung werde ich versuchen, die einflussreichsten Veröffentlichungen führender deutscher Mittelalterler seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu skizzieren und aktuelle Bilder des Mittelalters zu erwähnen.

Gleichzeitig müssen methodische Streitigkeiten berücksichtigt werden, in diesem Fall zwischen den Hauptakteuren Heinrich Sybel (1817–1895) und Karl Lamprecht (1856–1915). Darüber hinaus müssen diese unterschiedlichen Bilder des Mittelalters mit den aktuellen politischen und sozialen Entwicklungen sowie mit den Auswirkungen bestimmter Bilder des Mittelalters während des Deutschen Reiches und der Weimarer Republik in Verbindung gebracht werden. In diesem Zusammenhang muss insbesondere die Langlebigkeit bestimmter Bilder mit ihren politischen Auswirkungen über mehrere Jahrzehnte - bis heute - geschätzt werden. Die deutschen Mittelalterstudien und ihre Konzepte des Mittelalters müssen in ihrer politischen und sozialen Dimension als «Politikwissenschaft» anerkannt werden.


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