Artikel

Warum gingen mittelalterliche Sklavenhändler nach Finnland?

Warum gingen mittelalterliche Sklavenhändler nach Finnland?


We are searching data for your request:

Forums and discussions:
Manuals and reference books:
Data from registers:
Wait the end of the search in all databases.
Upon completion, a link will appear to access the found materials.

Die Nachfrage nach blonden Mädchen und Jungen war so lukrativ, dass Sklavenhändler diese Menschen bis nach Nordfinnland jagen würden, so eine aktuelle Studie. Wie andere Luxusgüter wären diese Sklaven die Kosten für den Transport zu weit entfernten Märkten in Asien und im Mittelmeerraum wert.

Der Artikel „Das baltische finnische Volk im mittelalterlichen und vormodernen osteuropäischen Sklavenhandel“ von Professor Jukka Korpela von der Universität Ostfinnland erscheint in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Russische Geschichte.

Anhand von Chroniken, Reiseberichten und verschiedenen Verwaltungsdokumenten wie Steuer- und Grundbuch sowie diplomatischen Berichten stellte er fest, dass im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit umfangreiche Überfälle auf Teile Finnlands, Russlands, Kareliens und der baltischen Länder stattgefunden hatten Tausende von Menschen im Norden entführt. Nur ein Bruchteil von ihnen landete über die Sklavenmärkte Volgan und Krim im Kaspischen Meer und in Zentralasien. Ansonsten war der Sklavenhandel in den Regionen Krim und Wolga umfangreich, und jedes Jahr wurden Zehntausende Menschen in die Sklaverei verkauft. Die Existenz der Handelsroute zeigt jedoch, dass es auch unter primitiven Bedingungen möglich war, Informationen über die Nachfrage nach blonden Mädchen auf den weit entfernten Märkten zu verbreiten. Das Netzwerk der am Sklavenhandel Beteiligten umfasste Männer, die an Razzien teilnahmen, Sklavenhändler und Kunden, die die führende Klasse der Gesellschaft repräsentierten.

Razzien in den Norden wurden vor allem von Nowgorod aus gestartet, das gut mit der Krim und von da an mit dem Kaspischen Meer und den Sklavenmärkten Zentralasiens verbunden war. Die Razzien wurden von privaten Kriegsherren und fürstlichen Truppen durchgeführt und erstreckten sich bis an die Küsten des Bottnischen Meerbusens und Lapplands. Zum Beispiel schreibt Korpela wie:

Der novgorodische Kriegsherr Prokopii eroberte 1375 die Stadt Kostroma, sperrte viele einheimische Männer, Frauen und Mädchen ein und setzte seinen Überfall entlang der Kama und der Wolga in die Stadt Bolghar fort, wo die Partei alle ihre christlichen Gefangenen „junge Mädchen und Frauen“ verkaufte. An muslimische Händler. Schließlich ging die Bande nach Astrachan, wo sie offensichtlich als Banditen von Khan Salchei hingerichtet wurden.

Finnen waren auf dem Sklavenhandelsmarkt besonders wertvoll, weil sie weder Christen noch Muslime waren und weil sie eine helle Hautfarbe hatten. Korpela erklärt:

Der teuerste Sklave im Caffa-Register war ein 14-jähriger weißer Junge, der im Quelltext als „Jarcaxius“ („Circassian“?) Bezeichnet wurde und für 750 Espen verkauft wurde, und es gab andere Sklaven mit guten Farbqualifikationen das schien einen überdurchschnittlichen Preis zu haben. Ein viereinhalbjähriger russischer „weißer“ Junge kostete 185 Aspers, obwohl solche kleinen Kinder aufgrund ihrer hohen Sterblichkeitsrate normalerweise sehr billig waren. "Weiße" sarazenische Sklaven waren auch in den genuesischen Registern überteuert, und blonde Jungen und Mädchen waren auch auf den italienischen Märkten teuer.

Der Sklavenhandel in Osteuropa schwand allmählich, als die Kontrolle durch die aufstrebende Struktur der europäischen Staaten stärker wurde. Die Verbreitung des Christentums führte im Mittelalter auch zu einem Rückgang des Sklavenhandels. Der Sklavenhandel innerhalb Europas ging bereits im frühen Mittelalter zurück, aber in Regionen, die an islamische Länder grenzen, wurde der Sklavenhandel bis in die vormoderne Zeit fortgesetzt.


Schau das Video: So wohnt man in Finnland, vom Reihenhaus bis zur Gemeinschaftssauna (Juni 2022).


Bemerkungen:

  1. Shara

    Bravo, du gibst du nicht :)

  2. Shakakus

    Also schau es dir gleich an

  3. Nanos

    fast nichts)

  4. Zugul

    Nein, aber.

  5. Hiero

    Ich denke, dass Sie nicht Recht haben. Ich schlage vor, es zu diskutieren. Schreiben Sie mir in PM.

  6. Reilly

    Ich denke, Sie werden zur richtigen Entscheidung kommen. Nicht verzweifeln.



Eine Nachricht schreiben