Artikel

Krieg und Nation-Building in Widukind von Corveys Taten der Sachsen

Krieg und Nation-Building in Widukind von Corveys Taten der Sachsen


We are searching data for your request:

Forums and discussions:
Manuals and reference books:
Data from registers:
Wait the end of the search in all databases.
Upon completion, a link will appear to access the found materials.

Krieg und Nation-Building in Widukind of Corveys Taten der Sachsen

Von Stergios Laitsos

Byzantinische Kriegsideologie zwischen römischem Reichskonzept und christlicher Religion: Akten des Internationalen Symposiums (Wien, 19.-21. Mai 2011), Hrsg. J. Koder und I. Stouraitis (Wien, 2012)

Einleitung: Militärische Konflikte bildeten eine zentrale Funktion der frühmittelalterlichen Herrschaft und entsprechend der historiographischen Tradition. Krieg und Gewalt im Mittelalter waren Gegenstand verschiedener Studien, die sich vor allem der Kriegsführung und der Armee widmen. Der Krieg im Mittelalter (wie zu jeder Zeit) ist laut Malte Priezel als Bestandteil der Kultur anzusehen; das heißt, als Bestandteil einer Konzeption, in der Fakten bewertet, angeordnet und zu einem Ganzen zusammengefügt werden. So gesehen werde ich in meiner kleinen Studie versuchen, die Rolle des Krieges und des Aufbaus von Nationen in Widukind of Corveys zu analysieren Taten der Sachsen. Natürlich kann und wird die nicht zu übersehende Faktizität von Gewalt- und Kriegsdarstellungen für den gesamten Zeitraum vom 9. bis zum 10. Jahrhundert hier nicht untersucht. Auf den folgenden Seiten werde ich episodische Aspekte oder Korrelationen des Textes in Bezug auf die oben genannte Frage behandeln. Eine solche Untersuchung der militärischen und gewalttätigen Ereignisse ermöglicht einen Beitrag zur Analyse von Widukinds Darstellungen und Kriegstraditionen. Einerseits sind sie mit dem kollektiven Gedächtnis der Sachsen verwoben; Zum anderen belegen sie den komplexen Prozess der Schaffung einer kollektiven sächsischen Identität. In diesem Licht, das in der Darstellung des Krieges in den Taten der Sachsen liegt, ist die zeitgleiche Interpretation des ottonischen Königtums und die Anfänge des ottonischen Reiches in der Vergangenheit erkennbar. Gleichzeitig folgt daraus, dass es die ottonische Wahrnehmung der sächsischen Identität ist, die die Zusammensetzung von Widukinds Darstellung des Krieges beeinflusst.

Über Widukind (* um 925, † nach 973), den Historiker und Mönch von Corvey, ist wenig bekannt. Der Autor der Taten der Sachsen kam aus dem sächsischen Oberadel. um 941/2 betrat er das Benediktinerkloster von Corvey. hier komponierte er zahlreiche hagiographische Werke, die alle nicht erhalten sind. um 967/68 schrieb er an der gleichen Stelle seine Taten der Sachsen (Rerum Gestarum Saxonicarum libri tres). In drei Büchern wird die Frühgeschichte des sächsischen Volkes bis zum Tod des Kaisers Otto I. dargestellt. Im ersten Buch wird die Frühgeschichte bis zum Tod des Königs Heinrich I. (919–936) erzählt; er beschreibt hier die legendären Ursprünge der Sachsen, ihre Kämpfe gegen die Franken sowie die Einführung des Christentums unter den Sachsen. Im zweiten und dritten Buch werden die Taten von Otto I. erzählt. Zu Beginn jedes Buches steht im Vorwort eine Widmungsrede an die Tochter von Otto I., Matilda, die 966 die Äbtissin des Benediktinerklosters Quedlinburg wurde. Obwohl die Taten der Sachsen zählen zu den wichtigsten Werken des Mittelalters, wurden jedoch in der Sekundärliteratur in großen Kontroversen diskutiert.


Schau das Video: Der letzte Germane Teil1 (Juni 2022).


Bemerkungen:

  1. Rakkas

    does not exist Probable

  2. Cassidy

    Erinnere dich nicht



Eine Nachricht schreiben